Paul-Schmahl-Gedenkturnier 2026: Spannende Entscheidung an den Spitzenbrettern beim offenen Schnellschach-Turnier

Ende Oktober folgten fünfzehn Denksportler der Einladung des Wilhelmshavener Schachclubs von 1887 und traten am Abend zum traditionsreichen Paul-Schmahl-Gedenkturnier an. Da das Turnier jedes Jahr offen ausgeschrieben wird, konnten die Organisatoren neben den eigenen Vereinsmitgliedern auch mehrere schachbegeisterte Gäste aus Wilhelmshaven begrüßen. Bei einer Bedenkzeit von 15 Minuten pro Spieler und Partie ging es ab 19:30 Uhr über fünf Runden im Schnellschach-Modus. Das Turnier zeichnete sich durch eine ruhige, hochkonzentrierte Atmosphäre aus, bot jedoch von Beginn an hart umkämpfte und strategisch anspruchsvolle Partien auf Augenhöhe.

Harte Kämpfe in den frühen Runden des Abends

Bereits in den ersten Runden zeichnete sich ab, dass im Kampf um den Turniersieg und die Gruppenplatzierungen jeder halbe Punkt entscheidend sein würde. In der zweiten Runde kam es zu einem ersten großen Richtungskampf an den vorderen Tischen, als Alexander Schneider mit den weißen Steinen einen wichtigen Sieg gegen Jelke Iken einfahren konnte.

Gleichzeitig hielt sich Vladimir Zotin schadlos und setzte sich mit drei Siegen aus den ersten drei Runden – darunter ein Erfolg gegen Anton Bulygin – zunächst allein an die Tabellenspitze. Olaf Henke lauerte zu diesem Zeitpunkt mit Siegen gegen Sascha Koslowski und Klaus Schumacher sowie einem anschließenden Remis gegen Alexander Schneider dicht dahinter.

In der vierten Runde kam es dann zu fortgeschrittener Stunde zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Führenden: Die Partie zwischen Olaf Henke und Vladimir Zotin endete nach zähem Ringen mit einem Unentschieden (0.5 – 0.5). Da zeitgleich Anton Bulygin gegen Alexander Schneider gewann und Jelke Iken seine Verfolgung mit einem Sieg gegen Andreas Rombusch fortsetzte, spitzte sich die Situation vor der absoluten Finalrunde dramatisch zu.

Das Finale an Brett 1 und 2

Die Entscheidung um den Gesamtsieg und die Spitzenplätze der drei Wertungsgruppen wurde in der fünften Runde direkt an den beiden Top-Brettern ausgetragen. Zwischen den vier verbliebenen Titelaspiranten ging es ohne Kompromisse um Sieg oder Niederlage:

  • An Brett 1 traf Olaf Henke auf Anton Bulygin. In einer hochkonzentrierten Partie behielt Henke die Oberhand, sicherte sich den vollen Punkt und schraubte sein Gesamtergebnis auf 4.0 Zähler.
  • An Brett 2 fordert Jelke Iken den bis dahin führenden Vladimir Zotin heraus. Iken spielte voll auf Gewinn, durchbrach die Verteidigung von Zotin und holte sich den wichtigen Sieg, womit er nach Punkten ebenfalls auf 4.0 aufschließen konnte.

Die Endplatzierungen und Siegerehrung

Durch den Ausgang der Finalpartien entschied am Ende hauchdünn die Feinwertung über den Turniersieg. Olaf Henke sicherte sich dank der besseren Buchholz-Wertung (15.0 gegenüber 13.0) den Titel des Gesamtturniersiegers und stand damit gleichzeitig an der Spitze der Gruppe B.

Jelke Iken belohnte sich für seine starke Aufholjagd nach der frühen Niederlage mit dem Sieg in der leistungsstarken Gruppe A. Den geteilten dritten Platz im Gesamtklassement belegten Vladimir Zotin und Alexander Schneider mit jeweils 3.5 Punkten. In der Gruppe D setzte sich Denis Drobin durch, der sich im Turnierverlauf unter anderem gegen Uwe Mentz behauptete und seine Wertungskategorie mit 2.0 Punkten anführte.

Gegen 22:30 Uhr fand der gelungene Schachabend mit der feierlichen Siegerehrung seinen gebührenden Abschluss. Das Paul-Schmahl-Gedenkturnier bot auch in diesem Jahr hochklassiges Schach in einer wunderbar nachbarschaftlichen Atmosphäre und blieb bis zum letzten Zug der finalen Runde völlig offen. Der Wilhelmshavener SC von 1887 bedankt sich bei allen Mitgliedern und Gästen für den fairen Verlauf.